Weise

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Ich bin 1998 in Berlin-Weißensee geboren. Mein Vater lagerte 5.000 DVDs auf 90 Quadratmetern, und mit 14 hatte ich ungefähr zehn Prozent davon gesehen. Das reichte mir, um mich für ausreichend qualifiziert zu halten. Es folgten Kurzfilme und Musikvideos, die ich aus Rücksicht auf alle Beteiligten nicht verlinke.

In den Sommerferien 2016 und 2017 war ich Praktikant bei One Two Films. Während der Synchronaufnahmen zu Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki nahm mich die Synchroncutterin mit in ihr Studio. Ich durfte zusehen, und irgendwann sagte sie einen Satz, an den ich mich bis heute halte.

Danach war die Sache entschieden. Ich habe Digital Film Production am SAE Institute Berlin studiert. Meine eigentliche Filmschule war aber All Clowns Are Bastards, mein erster Spielfilm: eine Horrorkomödie über einen menschenfressenden Killerclown, der vegan wird. Finanziert haben wir ihn so, wie man Filme ohne Förderung eben finanziert. Mein Kameramann Tobias Pluskat verkaufte sein Motorrad, um sich eine Kamera zu kaufen, den Rest brachte ein Crowdfunding mit Unterstützung von StarFM. 2023 gewann der Film bei den Fright Nights den Preis für den besten Trashfilm, danach übernahm Soundwood Media den Vertrieb. Danach folgte mein zweiter Spielfilm, Die neue Härte, eine Mischung aus schwarzer Komödie, Thriller und Fantasy. Ich habe das Buch geschrieben und den Film produziert. Er befindet sich derzeit in der Auswertung.

Am liebsten schreibe ich Komödien, weil sie für mich der ehrlichste Weg zu etwas Ernstem sind. Festgelegt bin ich darauf nicht. Thriller, Drama, Horror, alles willkommen, solange darin jemand etwas will, das er nicht bekommt.

Wag den Schritt und werde Filmemacher. Hier kochen eh alle nur mit Wasser, und viele mit sehr abgestandenem.

Synchroncutterin, Berlin 2017

Ich fange nie mit einer Idee an, sondern mit einer Figur, die sich selbst im Weg steht. Erst danach entscheidet sich, ob daraus 90 Minuten werden, sechs Folgen oder vier Minuten.

Ich schreibe produktionsorientiert. Produktionsleiter:innen mögen meine Bücher, weil ich wenig brauche, um viel zu erzählen: wenige Motive, wenige Figuren und keine Seite, die das Budget sprengt, ohne es wert zu sein. Zwei Spielfilme ohne Förderung und ohne Sender haben mir vor allem beigebracht, was ein Drehtag kostet und wie viele Probleme sich lösen lassen, bevor sie am Set ankommen. Meistens auf Seite 12.

Und ich arbeite gern im Team. Zwei Spielfilme ohne Geld entstehen nur, wenn viele gute Leute freiwillig bleiben. Beide Male sind sie geblieben.

Erik Weise bei der Arbeit

Es gibt keinen Stoff, der zu albern ist für eine saubere Struktur. Auch die dümmste Komödie hat einen Punkt, an dem sie ernst gemeint sein muss, sonst hält sie keine 90 Minuten.

Deshalb baue ich Szenen lieber so, dass sie auch ohne die Pointe funktionieren würden. Der Witz ist dann die Kirsche, nicht der Kuchen, und die Struktur trägt die Szene auch an einem Tag, an dem der Gag nicht zündet.

Die einzige Sache, über die ich qualifiziert bin zu schreiben, bin ich selbst.

Charlie Kaufman, Adaptation (2002)

Vollständige Vita und Credits: Vita ansehen

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